Dresden - Es geht um mehr!

Ein Beitrag der Mobigruppe_Jena für Dresden

Die Dresdner Zustände sind außergewöhnlich. In Dresden findet Jahr für Jahr der größte Naziaufmarsch Europas statt. Dresden ist Magnet für Faschisten aus ganz Europa. In Dresden etabliert sich Verherrlichung des Nationalsozialismus in anderen Dimensionen als beispielsweise in Halbe (Heldengedenken) oder in Wunsiedel (Hess-Marsch). In Dresden gedenken Nazis Seite an Seite mit Bürger_innen. Dresden baut sich weitere neue (Ge)denkmäler.

Einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit Schuld und eigenen Opfermythen wird weitestgehend aus dem Weg gegangen um stattdessen eine mehr als fragwürdige Identifizierungsgrundlage zu bewahren. Im Nationalsozialismus lebten keine unschuldigen Menschen, die von einer kleinen „Terror-Clique“ beherrscht wurden, sondern eine deutsche Bevölkerung, die sich an allen Verbrechen (mit-)schuldig machte. Auch 65 Jahre nach der Niederlage des Nationalsozialismus dominiert das Opfergebahren: Das Dresdner Gedenken wird nicht in Frage gestellt, jedoch ist die Rede von „Extremisten“, die dieses für ihre Zwecke „instrumentalisieren“.

Demonstrationsverbote, Blockaden und Gegendemos bekämpfen allenfalls das Symptom, aber nicht die Wurzel. Es ist kein Zufall, dass Dresden regelmäßig von Tausenden Nazis „heimgesucht“ wird!

Verschiedene Akteur_innen verhindern eine effektive Auseinandersetzung, sowohl mit Nazis als auch mit Gedenkmythen: Staatsanwalt Avenarius beispielsweise meint, dass auch „braune Dumpfbacken“ das Recht hätten sich zu versammeln (Mitteldeutsche Zeitung, 25.01.10) und leitet eine Repressionswelle gegen das bürgerliche Protestbündnis „Dresden Nazifrei“ ein.

Wir solidarisieren uns mit allen Menschen, die am 13. Februar in Dresden auf der Straße sind und verschiedenste Mittel nutzen um den größten Naziaufmarsch Europas zu verhindern.

Aber „Dresden nazifrei“ ist nicht genug. Wir unterstützen eine radikale Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte und fordern die Bekämpfung jeglicher Form von Nationalismus. Schluss mit den Opfermythen!

Wir rufen zur Demonstration „Keine Versöhnung mit Deutschland“ am 12. Februar in Dresden auf, denn deutsche Täter_innen sind keine Opfer.



Wir bieten eine gemeinsame An- und Abreise mit dem Bus an.
Abfahrt Fr. 12.02. nachmittags, Rückkehr nachts.
Kontakt: dresden10@riseup.net (PGP-Schlüssel)

Tickets 12 Euro, Erhältlich im Infoladen Jena montags und donnerstags 14-18 Uhr. (Anmeldeschluss: 04.02.!)

Genauere Infos zur Busreise auf Nachfrage.

Neben der Demonstration am Freitag finden auch am Samstag verschiedene Aktionen gegen den Naziaufmarsch und das bürgerliche Gedenken statt. Infos dazu auf: http://venceremos.antifa.net/13februar/

Kein Frieden mit dem Dresden-Mythos

2010-01-25

Eine Antwort des VK "Keine Versöhnung mit Deutschland"
Quelle: venceremos.antifa.net

In der vergangenen Ausgabe des AIB erschien unter dem Titel "Es geht weiter... Dresden 2010" ein Text des Bündnisses "No Pasarán" (NP). Darin wird versucht "ein Fazit zu ziehen, wie die antifaschistische Praxis in Zukunft gestaltet werden muss, um effektiv den Aufmarsch zum Verschwinden zu bringen." Als Lösung schlägt NP altbekanntes [1] vor: vorrangige Aufgabe der Antifa sei es nämlich "kontinuierliches" und "spektrenübergreifendes Engagement aufzubauen". Außer Frage steht, dass der Naziaufmarsch verhindert werden muss, in der Auseinandersetzung mit dem 13. Februar kann das aber nur ein Teilziel sein.

Filmvorführung "Zeugen - Aussagen zum Mord an einem Volk"

2010-01-22
Date: 
Wednesday, January 27, 2010 - 20:00
Ort: 
JAPS Jena, Schillergäßchen 5

Zum 65. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zeigt die JAPS Jena den Film "Zeugen, Aussagen zum Mord an einem Volk".

60 Menschen sprechen über ihre Erlebnisse und Erfahrungen, über ihr Überleben in den deutschen Konzentrationslagern.

Karl Fruchtmanns Film verkündet keine befreienden Botschaften; er unterstützt nicht den guten Willen von Menschenfreunden, die an Gerechtigkeit und Humanität appelieren, er malt keine Utopien; er ist nicht erhebend und erbaulich; er vertraut nicht auf die Gutheit und Barmherzigkeit der Menschen.

"Warum Israel" - Filmvorführung und Diskussion

2010-01-22
Date: 
Friday, January 29, 2010 - 20:00
Ort: 
JG Stadtmitte Jena

Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das nationalsozialistische Vernichtungslager Auschwitz. Das KZ gilt heute als Inbegriff der barbarischen deutschen Praxis des Antisemitismus, der sich als Einstellung jedoch weder räumlich auf Deutschland noch zeitlich auf den Nationalsozialismus beschränkt.

Mit der Gründung des Staates Israel 1948 entstand nicht nur ein notwendiger Schutz- und Fluchtraum für Juden und Jüdinnen aus aller Welt. Seit dem hat sich das Gesicht des Antisemitismus verändert. Oftmals versteckt er sich heute hinter einer Kritik am Staat Israel, welche diesem das Existenzrecht abspricht oder mit dem nationalsozialistischen Deutschland vergleicht.
1973 veröffentlichte der Résistance-Kämpfer und Sartre-Weggefährte Claude Lanzmann sein Filmdebüt „Warum Israel“. Auf der Spur der Errungenschaften und Widersprüche des jungen Staates lässt der Film verschiedenste in Israel lebende Menschen zu Wort kommen: Einwanderer, Arbeiter, Intellektuelle, Dockarbeiter, Polizisten und Gefängnisinsassen. Mit Humor und viel Empathie werden vielfältigste Gründe für die Notwendigkeit der jüdischen Nation dargestellt, die bis heute nicht an Bedeutung verloren haben:

Im Oktober 2009 verhinderten linke Antisemiten in Hamburg die Vorführung dieses Filmes – eine „weltweit einmalige“ (Lanzmann) Gewaltaktion, bei der Veranstalter und Gäste unter anderem als „Judenschweine“ beschimpft worden.

Aus Anlass des Holocaust-Gedenktages 2010 und als Protest gegen jede Form des Antisemitismus präsentiert das Saalfelder LINKE-Jugend- und Wahlkreisbüro Haskala in Zusammenarbeit mit der DGB Jugend Erfurt, der Jungen Gemeinde Stadtmitte Jena und der Antifaschistischen Gruppe Südthüringen den Film „Warum Israel“.

Termine

25 Januar 2010, 19:00, Ort: Ilmenau, Humboldthörsaal (beantragt)
26 Januar 2010, 19:00, Ort: Suhl, AJK
27 Januar 2010, 19:00, Ort: Erfurt, Jugendbüro filler.
28 Januar 2010, 19:00, Ort: Saalfeld, Haskala
29 Januar 2010, 19:00, Ort: Jena, JG Stadtmitte

Quelle: http://haskala.de

15.10.2010: „Vortrag Doppelter Rassismus in der Unique - Warum eine Kritik am Islam notwendig ist"

2010-01-10
Date: 
Friday, January 15, 2010 - 18:00

Universität Jena, Hörsaal 8, Campus Carl-Zeiss-Str. 3

Zur Rolle der Frau im Islam und zum Ansatz eines universellen Menschenrechts

Fatiyeh Naghibzadeh referiert über die Thematik Frauen im Islam. Sie selbst ist Exil-Iranerin und vor über 20 Jahren aus dem Iran nach Deutschland geflüchtet. Sie studierte an der Humboldt-Universität in Berlin Gender-Studies und Erziehungswissenschaften. Aus einem ihrer Gender-Seminare entstand der Film "Kopftuch als System" an dem sie große Anteilnahme hatte. Sie beschäftigt sich hauptsächlich mit der Stellung der politischen Frau im Islam und porträtiert diese im Iran und Deutschland. In diesem Zusammenhang veröffentlichte sie dazu verschiedene Beiträge in Sammelbänden und gilt seither als gern gesehene Ansprechpartnerin auf diesem Gebiet.
Andreas Benl wird über  Kulturrelativismus und dem Ansatz eines universellen Menschenrechts referieren. Er wird sich mehr mit der Unique-Thematik befassen und deren herangezogene "Experten" hinterfragen. Er schreibt unter anderem für das Berliner Wochenblatt Jungle World und hat mit seinen Arbeiten ebenfalls zu vielen Sammelbänden beigetragen. Er ist einer der Unterstützer des deutsch-österreichischen Projekts "Stop the bomb".

14.01.2010: Vortrag & Diskussion „60 Jahre Grundgesetz – Kein Grund zum Feiern!“

2010-01-10
Date: 
Thursday, January 14, 2010 - 18:00

Universität Jena, Hörsaal 8, Campus Carl-Zeiss-Str. 3

Das Grundgesetz begeht seinen 60. Geburtstag – und die Nation ist aufgerufen, zu feiern und sich für den Genuss der Freiheiten zu begeistern, die die staatliche Ordnung ihren Bürgern so großzügig gewährt. Dass im Reich der Freiheit alle Unternehmungen des Einzelnen von der Arbeitsplatzsuche bis zur Familiengründung unter dem staatlichen Vorbehalt des Dürfens stehen und selbst die Meinungsäußerung eine Frage der Erlaubnis ist, erscheint niemandem weiter fragwürdig. Vielmehr herrscht eine grundsätzliche Dankbarkeit gegenüber der staatlichen Hoheit, dass man im freiheitlichsten Gemeinwesen, das je auf deutschem Boden existierte, leben darf. [...]

mehr auf http://pg.blogsport.de

„Kegelheim“ – Besetzung nach 111 Tagen geräumt

2009-11-23

Wir dokumentieren einen Beitrag von http://haendehoch.blogsport.de/:

Am Vormittag des 22. November 2009 wurde in Erfurt die Besetzung des ehemaligen „Keglerheims“ öffentlich gemacht und am Abend von der Polizei gewaltsam beendet.
Nach der Räumung des besetzten Topf & Söhne-Geländes im April, entstand eine Lücke in Erfurt. Deshalb läuft seit dem Frühjahr die Kampagne „Hände hoch – Haus her!“, die mit kreativen Aktionen auf die Notwendigkeit eines selbstverwalteten emanzipatorischen Zentrums in Erfurt aufmerksam macht. Das leerstehende ehemalige „Keglerheim“ wäre hierfür geeignet gewesen. Das Objekt war bereits seit dem 3. August still besetzt.

Der Unique wenigstens den Geldhahn abdrehen!

2009-11-11

Den Eiertanz um die Unique zu beobachten ist grausig. Fabian Köhler, der tief in der Nazi-Szene Jenas steckt, kann gemeinsam mit seinen Kolleg_innen in der Unique antisemitische-, sexistische- und Nazi-Propaganda verbreiten, ohne dass die verantwortlichen Stellen, die Studierenräte, das Studentenwerk oder die Universitätsleitung handeln.

Nico packt aus!

Auf der Internetseite www.nico-packt-aus.tk präsentiert die Initiative „Tapferes Schneiderlein - Sieben auf einen Streich“ interne Informationen aus dem neonazistischen Milieu. Basierend auf dem E-Mail-Verkehr des Neonazis Nico Schneider werden anhand sieben konkreter Beispiele Kategorien der menschenfeindlichen Ideen- und Lebenswelt eines Neonazis und seiner gesellschaftlichen Verankerung dargestellt, ausgewertet und kritisiert.