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Naziangriff in Erfurt: Wieder ein Schwerverletzter E-mail
Saturday, 15 March 2008 20:51

Die Nazigewalt in Thüringen eskaliert weiter: Vor gut einem Monat wurde ein Punk in Berga (Elster) fast erschlagen. Vor einer Woche wurden bei einem Überfall auf das soziokulturelle Zentrum Gerberstraße in Weimar mehrere Menschen verletzt, zwei von ihnen schwer. Und seit letzter Nacht liegt wieder einer von uns im Krankenhaus! Wir wünschen ihm gute Besserung.

Lest die Pressemitteilung der Antifaschistischen Koordination Erfurt:

Spontankundgebung gegen Naziangriff in der Samstagnacht

(Erfurt, 15. März 2008) Heute demonstrierten auf dem Erfurter Anger spontan rund 120 Personen. Damit setzten sie ein deutliches Zeichen gegen den brutalen Nazi-Angriff auf mehrere AntifaschistInnen in der Nacht von Freitag auf Samstag am selben Ort.

In der Nacht vom 14. auf den 15. März hatten etwa 10 Neonazis zuerst fünf Personen angepöbelt sowie beleidigt und dann brutal zusammengeschlagen. Ein Mann erlitt einen Kieferbruch und war mehrere Minuten bewusstlos. Nur durch das beherzte Eingreifen einer Passantin konnte verhindert werden, dass er an seinem Blut erstickte, berichteten Zeugen. Das Opfer liegt immer noch im Krankenhaus. Eine weitere Person wurde verletzt.

Uli Klein, Sprecherin der „Antifaschistischen Koordination Erfurt“ [ake] erklärte: „Diese brutale Attacke reiht sich ein in die Serie mehrerer Angriffe auf linke Jugendliche und Migranten und Migrantinnen in den letzten Wochen in Erfurt und Umgebung. Der Angriff von letzter Nacht beweist wieder einmal, dass die Gewalt von Neonazis ausgeht und eine lebensbedrohliche Gefahr sind. Sie agieren in Erfurt immer brutaler!“

Auf der Kundgebung sprachen sich mehrere Redner gegen die erschreckende Nazigewalt in Erfurt aus und forderten zum Widerstand und zur Solidarität auf. In einem Redebeitrag wurde die Bevölkerung über den Neonazi-Angriff informiert und dem Verletzten Solidarität ausgesprochen. Ein Vertreter der DGB-Jugend zählte die Angriffe der letzten Monate auf das gewerkschaftliche Jugendcafé „Filler“ in Erfurt auf. Roland Hahnemann, innenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag und Vorsitzender der VVN-BdA Thüringen machte in seiner Rede deutlich, dass der Überfall kein Einzelfall ist, sondern die Gewalt der Neonazis in vielen Regionen Alltag ist.

Uli Klein erklärte: „Der Versuch der Nazis, sich ein bürgernahes und friedliches Image zu verschaffen ist ganz offensichtlich beendet. Die Gewalt trifft immer nur einzelnen, gemeint sind wir alle!“

Antifaschistische Koordination Erfurt

 

 
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