jena.antifa.net Home
Madley - Naziladen! E-mail
Thursday, 31 July 2008 22:03

Als Nazi älter zu werden, ist nicht leicht. Irgendwann sehnt man sich nach etwas mehr Ruhe und sozialer Sicherheit. Was liegt da näher, als aus der Politik ein Geschäft zu machen? Torsten Heise, der Rechtsrockdealer, und Jürgen Rieger, der "Immobilienmakler", zeigen den Weg. Aber der Markt ist eng, und genug Grips für grössere Geschäfte hat auch nicht jeder. Aber so eine kleine Thor-Steinar-Boutique, das ist genau das richtige für einen kleinen Mann wie Frank Liebau. Seit 1997 betreibt er von einigen kleineren Anschlägen abgesehen ungestört das Madley in der Wagnergasse. Eine Toplage, die einige Laufkundschaft in sein Geschäft führt und mit der schleichenden Faschisierung des Modegeschmacks vieler Jugendlicher eine golden glänzende Zukunft verheißt.

Aber die antifaschistische Missgunst wächst: Seit dem nächtlichen Angriff auf das Geschäft Anfang Juni ersetzen Holzplatten die Schaufensterscheibe. Andere verteilten Flyer "Wo würde Hitler seine Turnschuhe kaufen?" Und dann kam die Stadtführerin, die Liebau scharfsinnig als geistige Urheberin der "Hetzkampagne" gegen ihn ausgemacht hat. Während eines Stadtrundgangs "Jena im Nationalsozialismus" für Besucher aus Frankreich und Belgien habe sie vor seinem Geschäft ihn "einen Nazi genannt" und "zum Boykott aufgerufen", erzählte Liebau dem Zivilrichter am Amtsgericht. Wie sein Kamerad Lars Weber aus Gera ist er auf den Trichter gekommen, alle wegen "Geschäftsschädigung" zu verklagen, die ihn beim Namen nennen. "Sie soll mich nicht wieder als Naziladen bezeichnen", forderte er in der Verhandlung am 18. Juli ein Dutzend mal. (Nein, er hat sich nicht versprochen, er hat das genau so gemeint: "Ich bin doch der Laden.")

 

 Madley, 5. Juni 2008

Liebau hatte aber noch besseres auf Lager. "Sie müssen nur mal im Internet nach meinem Geschäft suchen, dann sehen sie, was für eine Schmutzkampagne gegen mich läuft", klagte er vor dem Richter weiter. Wir haben mal nachgesehen, der meint anscheinend uns! Sind wir also Verleumder? Siehe da, auf dem 42. Platz finden wir bei Google einen Bericht des Nationalen Widerstands Jena, in dem ein "David Lustig" alias Christian Rocke das Madley als "nationalen Szeneladen" bezeichnet (Screenshot 1). Und jetzt kommt's: "Die Seite Nationaler Widerstand kenne ich nicht", erzählt der interneterfahrene Liebau im Gericht - dabei steht diese Seite mit einem anderen Bericht über sein Geschäft auf Platz acht in der Google-Suche (Screenshot 2). Noch so ein Hit: 2005 hatte Liebau im "Mitteldeutschen Sprachrohr" der JN-"Jugend für Jena" Anzeigen geschaltet: "Gegen Vorlage dieses Coupons 10% Rabatt". Das "Mitteldeutsche Sprachrohr" kennt er angeblich auch nicht... Dreist, dreister, Liebau.

Letztlich waren es aber nicht seine Lügen, die ihm vor Gericht geschadet haben. Denn seine Verlogenheit wird von seiner Bummelei noch übertroffen. Liebau hatte beim Amtsgericht gegen die Stadtführerin eine einstweilige Verfügung beantragt, die ihr verbietet, das Madley weiter einen Naziladen zu nennen. Solche Eilverfügungen werden nur erlassen, wenn eine Sache dringend ist. Davon war der Richter nicht überzeugt, denn Liebau hatte nach dem angeblichen Boykottaufruf mehrere Wochen gewartet, bis er seinen Antrag stellte.

Frank Liebau ist inzwischen wirklich nervös. Er will weiter für sein Recht kämpfen und als nächstes das Aktionsnetzwerk verklagen. Wir bezweifeln, dass er dabei mehr Erfolg hat. Wie dem auch sei, für uns steht fest:

Madley - Naziladen!

 

News

ALERTA