jena.antifa.net Home
Polizei setzt 29 Neonazis fest (TLZ vom 03.02.08) E-mail
Monday, 04 February 2008 14:28
Apolda. (tlz/bük) Karneval ist bunt und nicht braun: Erneut haben Neonazis versucht, den Faschingssumzug am Samstag in der Kreisstadt zu stören. Die Polizei hat 29 Jugendliche der rechtsextremen Szene in Gewahrsam genommen, darunter auch einen der Köpfe der Apoldaer Neonazis, Michael F.

Nicht verhindert werden konnte, dass drei vermummte Rechte sich in den Umzug schmuggelten und entlang der Strecke zahlreiche Aufkleber mit rechten Parolen prangten.

Die Polizei war gewarnt: 2007 waren bei Auseinandersetzungen zwischen etwa 40 jugendlichen Störern und der Polizei im Anschluss an den Faschingumzug drei Beamte verletzt worden, die Nazis bedrängten Bürger und bewarfen die Polizei mit Flaschen und Steinen. Damals war es erst nach drei Stunden und nur mit Verstärkung durch Polizeikräfte aus Erfurt und Jena gelungen, die Lage zu beruhigen.

Es war gegen 14 Uhr, als sich zunächst etwa 15 bis 20 Rechte im Stadtzentrum an der Umzugsstrecke versammelten. Die Gruppe sei dann sehr schnell auf 30 Personen angewachsen, teilte Apoldas Polizeichef Torsten Thiem mit.

Mehrere der Neonazis hätten T-Shirts mit einer eindeutigen Aufschrift getragen: "Keinen Bock auf Karneval, Krawallfasching Reloaded" Und auf der Rückseite war zu lesen "Riot, Rebellion, Revolt Apolda 02.02.08". Die Gesamtsituation habe den Polizeiführer veranlasst, die Personen in Gewahrsam zu nehmen, um jede Störung des Umzuges, auch für die Zuschauer, auszuschließen, sagte Thiem. Die Bilanz: Die Polizei nahm 29 Personen in Gewahrsam, 17 Apoldaer, fünf aus dem Weimarer Land, vier aus der Stadt Weimar und drei aus Sachsen-Anhalt.

Ein 16-jähriger Apoldaer zeigte den Polizisten dreimal den Hitlergruß. Bei der Anzeigenaufnahme wurde eine Atemalkoholprobe durchgeführt. Sie ergab einen Wert von 2,5 Promille für den Minderjährigen. Der Jugendliche wurde anschließend seinen Eltern übergeben.

03.02.2008
 

News

ALERTA