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Mit noch mehr Bürgern Nazi-Fest 2008 verhindern (OTZ vom 27.02.08) E-mail
Wednesday, 27 February 2008 17:18

Michael Ebenau appelliert an Stadtverwaltung

Jena (OTZ/F.D.). Wie die Stadtverwaltung gestern bestätigte, will die NPD am 6. September 2008 wiederum ein "Fest der Völker", diesmal auf der Rasenmühleninsel, veranstalten. OTZ fragte Michael Ebenau, IG Metall-Bevollmächtigter und Vertreter im "Aktionsbündnis gegen Rechts" zu den Vorbereitungen.

Herr Ebenau, wie sollte man Ihrer Ansicht nach mit einem neuerlichen Nazi-Treffen umgehen?


Klar ist, dass es nach den Erfahrungen des vergangenen Jahres nicht darum gehen kann, ein solches Fest zu behindern, sondern vollständig zu verhindern.

Juristische Urteile und viel Polizei hatten aber doch dafür gesorgt, dass die Rechten sich versammeln konnten. Was kann denn in diesem Jahr dann noch besser funktionieren?

Ein solches Fest sollten man dadurch verhindern, indem es den Rechten unmöglich gemacht wird, zu ihrem Veranstaltungsort zu gelangen. Das geht aber nur, wie wir wissen, wenn noch mehr Leute als im vergangenen Jahr auf den Straßen sind.

Was erwarten Sie von der Stadt?

Ich erwarte, dass sie die Zivilgesellschaft unterstützt und hilft, zivilen Ungehorsam auszuüben und nicht zu behindern. Ich appelliere deshalb an die Stadt, alles ihrerseits zu tun, um den Nazi-Aufmarsch zu verhindern. Aber auf Verbote allein können wir nicht hoffen, obwohl sich ja gezeigt hat, dass es 2007 keine politische Kundgebung, sondern ein Rechts-Rock-Konzert war. Deshalb werden uns auf den Tag gut vorbereiten und das geht nur, wenn alle Bündnisse und Initiativen eng zusammen arbeiten.

Welche Rolle spielt dabei der Runde Tisch?


Eine ganz wichtige, denn er koordiniert alle Aktivitäten und ist ein Diskussionsrahmen für die unterschiedlichen Interessen, die von den Mitgliedern vertreten werden. In den letzten Jahren ist es jedoch gelungen, trotz aller Meinungsverschiedenheiten auf einen Nenner zu kommen und ich bin überzeugt, dass uns das auch in diesem Jahr gelingt.

Interview: Frank Döbert



 

 
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