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Rechte hinterließen ihre Parolen (TA vom 21.08.08) E-mail
Friday, 22 August 2008 02:31
Es ist nicht das erste Mal und es sind fast immer dieselben Stellen: In der Nacht zu gestern haben Apoldaer Rechte in mindestens neun Straßen Aufkleber hinterlassen. Am kleinen Viadukt und an der Villa Louis-Opel-/Ecke Lessingstraße verbreiteten sie ihre Meinung auf Transparenten.

APOLDA (kj).Sie kommen nachts und sie wissen, dass sie Verbotenes tun. Rechtsextreme Apoldaer waren in der Nacht zu gestern im Stadtgebiet unterwegs.
"Schon morgens um sechs haben wir die ersten Anrufe von Bürgern bekommen", lobte Kriminalhauptkommissar Torsten Donner die Aufmerksamkeit der Apoldaer. Die Polizisten zogen mit allen verfügbaren Kräften los - konnten aber verständlicherweise nicht jeden Laternenpfahl in Apolda kontrollieren. Doch einige Bürger hatten schon selbst die Aufkleber entfernt.

Wie am 31. Juli "schmückten" die Rechten auch gestern das sogenannte kleine Viadukt mit ihren Losungen. Als Transparent diente ihnen ein 1,70 x 1 Meter großes Bettlaken. Auch von der Eckvilla an der Lessingstraße holten die Beamten ein Bettlaken. Es handelte sich um die dritte Aktion der Rechten innerhalb von vier Wochen.

Die Verursacher, die NS-Aktionsgruppe Apolda, wurde von einer Bürgerin angezeigt. Von Amts wegen haben die Polizisten gestern eine "Erkenntnismitteilung" an die Staatsanwaltschaft abgesetzt. Ob daraus ein Ermittlungsverfahren wird, hängt von der dortigen Einschätzung der strafrechtlichen Relevanz ab.

Das Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus hat die Verherrlichung von Kriegsverbrechern auf den Aufklebern als Verhöhnung aller friedliebenden Menschen bezeichnet. "Wir wünschen uns", heißt es in einer Erklärung, "dass die Bürger nicht resignieren, weil man den Anschein hat, es wird sowieso nichts getan."

21.08.2008  
 

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