jena.antifa.net Home
Ziel: Projektschule ohne Rassismus (TLZ vom 26.08.08) E-mail
Wednesday, 27 August 2008 12:53
Jena. (tlz) "Unser Ziel ist es, ´Projektschule ohne Rassismus´ zu werden. Dafür müssen 70 Prozent aller Schüler und Lehrer der Schule unterschreiben. Wir können jetzt sicher sein, dass die Schüler ab der achten Klasse wissen, worum es geht", sagte Florian Perner. Der Schüler der zwölften Klasse des Ernst-Abbe-Gymnasiums gehörte zu den Initiatoren des Projektes "Rechtsextremismus an Schulen", zu dem zwölf Mädchen und Jungen der zwölften Klasse ihre Mitschüler ab der achten Klasse eingeladen hatten.
Woran erkennt man rechte Musik? Was sind die Zeichen und Symbole der Neonazis? Was kann man gegen Neonazis unternehmen? - Solche und ähnliche Fragen stellten die Zwölftklässler. Zudem war kreatives Arbeiten angesagt, wie etwa die Gestaltung von Plakaten gegen Rechtsextremismus.

Gestern und vorgestern nun wurden die Schüler des Ernst-Abbe-Gymnasiums gefragt, was sie über Rassismus und Neonazis wissen. "Die Schüler aus der achten Klasse können mit der Thematik umgehen, obwohl ihnen natürlich noch Basiswissen fehlt", sagte Philipp Schuster. Bei den Neunten allerdings seien die Projektleute wiederum ernüchtert worden. "Da hatten wir mehr erwartet, da fehlte das Abstrahieren", so Schuster. Viele der Schüler hätten schon mit dem einlei-tenden Film über Rechtsradikale nichts anzufangen gewusst und hätten wenig Freude gezeigt, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Enttäuscht seien sie auch von der eigenen Klassenstufe gewesen, weil sich nur wenige Schüler an dem freiwilligen Projekt beteiligt hätten.

"Wir hatten bei dem Projekt die Unterstützung des Aktionsnetzwerks gegen Rechtsextremismus", sagte Florian Perner. Vom Netzwerk hätten sie Faltblätter und Informationsmaterial bekommen, die Fragen an die Mitschüler sich aber selbst ausgedacht, obwohl die Vorbereitungszeit so kurz nach Schuljahresbeginn sehr knapp war.

Florian Perner zeigte auch Perspektiven auf für den Umgang mit dem Thema Rechtsradikalismus an der Schule: Er sprach von einem Antifa-Kreis, einem jährlichen Projekttag, einem Schulfest, aufklärenden Plakaten im Schulhaus, eine Initiative gegen die so genannte Schulhof-CD der NPD und einem zu gründenden Arbeitskreis für Lehrer.

Schulleiter Dr. Wolf-Dietrich Ebert nahm gestern Mittag an der Projektauswertung teil. Er lobte seine Schüler. "Sie hatten nur die Zusage von mir, das Projekt während des Unterrichts durchführen zu können, alles andere haben sie allein gemacht." Und zu den Schülern gewandt: "Das ist Unterricht in einer anderen Form. Ich ziehe den Hut vor euch, ihr habt meinen Respekt."
 

News

ALERTA