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Bereits seit 1997 befindet sich in der Jenaer Innenstadt inmitten einer belebten Kneipenmeile der Naziladen „Madley“. So kann eine Werbewirkung der mit Sicherheitsglas versehenen Auslage des Geschäftes auch auf nicht-rechte PassantInnen erzielt werden.
Angeboten werden „typische Skinheadsachen“ wie „Fred Perry“, „Hooligan“, „Pitbull“, Nazimarken wie „Wallhall“, „Thor Steinar“ oder „Consdaple“, Schuhe, Haarfarbe, aber auch Eintrittskarten für umstrittene Sportveranstaltungen wie zum Beispiel für den Fightclub mit dem Chemnitzer Neonazi Rico Malt in Plauen. Darüber hinaus fanden sich indizierte Platten und CDs zumindest zeitweise nach Anfrage beim Verkaufspersonal in einer Kiste unterm Verkaufstresen. [1] Aufgrund des Angebots und der Lage erreicht das Geschäft auch Jugendliche, die sich nicht der extremen Rechten zugehörig fühlen. Einen relativ niedrigen Anteil am Umsatz hat der gleichnamige Online-Shop im Internet. Offiziell angemeldet ist das „Madley“ auf Frank Liebau. [2] Der von ihm in der Wagnergasse 9 angemietete Ladenraum ist ungefähr 25qm groß, hinzu kommen noch Lagerräume. 1998, etwa ein Jahr nach der Etablierung des „Madley“, versuchten die Betreiber und weitere Neonazis im Stadtviertel Jena-Ost einen weiteren Laden unter dem Namen „Hatebrothers“ zu etablieren. Dieses mit dem Focus auf rechtsextreme Kundschaft gerichtete Geschäft musste aus wirtschaftlichen Gründen ein halbes Jahr später wieder schließen - die Orientierung auf einen gemischten KundInnenkreis wie mit dem Madley erwies sich als erfolgreicher. [3] Die Marke "Hatebrothers" wird seitdem über den bekannten rechtsextremen Ladenbetreiber Ingo Grönwald aus Weimar vertrieben. Die Betreiber des „Madley“ sind Mitglieder der damals unter demselben Namen „Hatebrothers“ auftretenden Skinheadclique mit „Blood & Honour“-Hintergrund aus Kahla und anderen Orten aus dem Saale-Holzland-Kreis. Sie traten beispielsweise 1998 in Ungarn auf einer „Blood & Honour“-Demonstration mit einem eigenem Transparent unter dem Namen „Hatebrothers 88 Kahla“ auf. [4] In den letzten Jahren versucht die Belegschaft des „Madley“ Einfluss in der rechtsextremen Hooliganszene in Thüringen zu gewinnen und gleichzeitig Werbung für den Laden zu machen. Kontakte bestanden darüber hinaus zur Neonazi-Gruppe „Jugend für Jena“, aus deren Umfeld die Schülerzeitung „Mitteldeutsches Sprachrohr“ herausgegeben wird. In der 12. und 14. Ausgabe befinden sich Anzeigen, bei deren Vorlage 10% Rabatt gewährt wird. Ferner taucht Werbung für das „Madley“ in dem Nazi-Punk-Fanzine „Nobodys Hero“ aus Jena/Saalfeld auf. Am 28. Februar 2005 wurden bei einer durch die Staatsanwaltschaft Gera angeordneten Hausdurchsuchung diverse Kleidungsstücke mit dem alten Logo der Neonazi-Marke „Thor Steinar“ beschlagnahmt. Die Staatsanwaltschaft stellte jedoch das Verfahren noch im Mai desselben Jahres ein. [5] Und so kann das Geschäft mittlerweile seit einem Jahrzehnt weiter ungestört Neonazis die gewünschte braune Ausstattung liefern. Quellen: [1] „Schwerpunkt. Des Nazis neue Kleider. Braunzonenshopping.“ Antifaschistisches info Blatt Nr. 55, Ausgabe 1/2002, S. 17., im Internet: http://www.red-skins.de/antinl/images/stories/files/braunzonenshoppingg.pdf ; Landesarbeitsgemeinschaft Antirassismus/Antifaschismus (LAG) Broschüre „rechtsextreme Häuser in Thüringen“, 2003.; „The Future is unwritten“ Nr. 23/24. www.infoladen.de/il/sljena/future/F23-24.pdf, S. 40. [2] Branchenbuch IKM Internet Kaufmarkt GmbH, im Internet: http://web2.cylex.de/firma-home/frank-liebau-madley-textilhandel-2479350.html [3] „Schwerpunkt. Des Nazis neue Kleider. Braunzonenshopping.“ Antifaschistisches info Blatt Nr. 55, Ausgabe 1/2002, S. 17., im Internet: http://www.red-skins.de/antinl/images/stories/files/braunzonenshoppingg.pdf [4] ebd. (Fn. 4); „The Future is unwritten“ Nr. 23/24, 2003. www.infoladen.de/il/sljena/future/F23-24.pdf, S. 12. [5] S. 12 Antwort der Landesregierung Thüringen auf eine Große Anfrage der Fraktion Linkspartei.PDS, Drucksache 4/1171 vom 02.12.2005, im Internet: http://www.pds-fraktion-thueringen.de/parlament/ganfrage/ganfrage_4/dr41404.pdf Verfasser: Antifa Recherche Team Thüringen |