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Polizeipräsenz verhindert Naziüberfall auf Grünes Haus E-mail
Friday, 28 March 2008 19:56
Eine große Gruppe von Nazis, schätzungsweise 30-40 Personen, scheiterte gestern abend im Ansatz bei dem Versuch, die antifaschistische Infoveranstaltung im Grünen Haus anzugreifen. Ein großes Aufgebot an Bereitschaftspolizei und Zivis zeigte Präsenz im Innenstadtbereich und kontrollierte frühzeitig die ankommenden Nazis, so dass diese nicht in die Nähe des Veranstaltungsortes kamen. Offensichtlich hatte die Polizei einen Hinweis auf eine bevorstehende größere Aktion erhalten. Die antifaschistische Versammlung verlief störungsfrei, im Stadtgebiet kam es nach Zeugenberichten zu kleineren Zwischenfällen.

Der Altenburger Kameradschaftsführer Thomas Gerlach hat auf seiner Internetseite Freies Netz Altenburg die Verantwortung für den geplanten Überfall übernommen. Das beweist zwei Dinge:

Gerlach unterhält enge Beziehungen zum Jenaer NPD-Führer Ralf Wohlleben. Sie organisieren gemeinsam das "Fest der Völker" und Gerlach machte zuletzt auf dem NPD-Landesparteitag im Dezember den freikameradschaftlichen Pausenclown, der im Interesse des sich loyal gebenden Landesverbandes den Deutschlandpakt mit der DVU offen kritisierte ("Deutschlandpakt" am Bröckeln?) Wohlleben selbst sprach im Hinblick auf die angestrebte politische Karriere im Thüringer Landtag nach dem Brandanschlag auf sein Auto im Interview mit der Naziseite Altermedia vom Gewaltverzicht der NPD - er lässt erneut Gerlach die "Drecksarbeit" machen. Mit unterwegs waren gestern aber auch Anhänger der NPD/JN Jena.

Die NPD/JN in Jena ist zu schwach, um solche Aktionen selbst durchzuführen. Ihr Einfluss auf die rechten Jugendlichen in Jena, die es in größerer Zahl gibt, ist gering, die Führer-Allüren stoßen die Gesinnungsgenossen ab. Deswegen muss sie für solche "Einsätze" Schläger aus anderen Städten heran karren.

Die Nazis wollten gestern erstmals die seit Monaten öffentlich geäußerten Drohungen gegen unsere Veranstaltungen, z.B. gegen das Blockadetraining vor dem "Fest der Völker" im September und die Infoveranstaltung zum 13./16. Februar in Dresden, verwirklichen. Ihnen geht es zunächst um Rache für die militanten Aktionen der letzten Zeit. Weiter wollen sie alle antifaschistischen Initiativen abschrecken, zu Veranstaltungen und Treffen öffentlich einzuladen und sie so aus der Öffentlichkeit zurückdrängen.

Die Nazimobilisierung war ein Fehlschlag, wie Gerlach selbst einräumt. Sie zeigt aber, dass Jena keine Insel der Ruhe ist und wir stets so gut wie gestern auf die Verteidigung vorbereitet sein müssen. Wir rufen aus diesem Anlaß nochmals alle Antifaschisten auf:

Organisiert den Selbstschutz!
 

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