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Elitär und undemokratisch seit 1558 E-mail
Friday, 16 May 2008 23:48

Pressemitteilung des Studentenrates der Universität Jena

Zum Festakt der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) zum 450-jährigen Jubiläum ließen Studierende sich nicht die Möglichkeit nehmen, selbst auch aus einer kritischen Perspektive den runden Geburtstag zu betrachten.

Zum Marsch der Rektoren und internationaler Gäste, begaben sich drei Studierende vor den Umzug und trugen ca. 5 Minuten lang ein Transparent mit der Aufschrift „Elitär und undemokratisch seit 1558“ vor diesem her. Daneben verteilten weitere Studierende Flyer, welche die Aktion näher erklärten.


Erik Bodenstein, Referent für Hochschulpolitik im Studierendenrat (StuRa) der FSU dazu: „Mit unserer Aktion konnten wir deutlich machen, dass ein runder Geburtstag zwar ein guter Grund ist um zu feiern, jedoch sollte man auch kurz innehalten um die bestehenden Zustände an der Universität zu hinterfragen.“ Bodenstein zufolge werde die demokratische Mitsprache der Studierenden immer weiter zurückgeschraubt. Tragbar sei dies nicht. „Studierende haben das Recht, an Entscheidungen mitzuwirken, von denen sie selbst betroffen sind“, stellt er klar.

Am Rande der Protestaktion kam es zu einem Zwischenfall, bei dem die Protestler von 5 Personen angegriffen wurden. Bianca Weiß, welche maßgeblich am Protest beteiligt war, dazu: „In unserer Kritik fühlen wir uns durch diesen tätlichen Angriff von rechter Seite bestätigt.“ Die Angreifer hätten ein höchst undemokratisches Verständnis von Hochschule. So griffen sie nicht nur die Protestler an, sondern attackierten auch Pressevertreter, welche die Aktion fotografisch festhalten wollten. Das Aggressionspotential der Angreifer führte dazu, dass diese von der Polizei des Platzes verwiesen werden mussten.

Bodenstein abschließend: „Wir hoffen, dass sich die Universität in den nächsten 450 Jahren wieder mehr auf die Studierenden zubewegt.“ Es sei wichtig, einer Entfremdung aufgrund von wirtschaftlichen Interessen der Universität, zu den Studierenden wirksam entgegenzutreten. Ebenso müssten elitäre Grundanschauungen abgelegt werden. „Nach unserem Verständnis heißt Bildung, dass jeder daran teilhaben kann. Von ihr profitiert nicht nur der Einzelne, wie man es uns derzeit verkaufen will. Elitendenken ist einer Bildung, von der jeder profitiert, abträglich.“ Gerade deshalb müsse auch an der Salana ein Umdenken stattfinden. Exzellenzinitiative und Profilbildung der Hochschule befördern diese Denkstrukturen und müssen daher abgelegt werden.

 

 

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