
| Schüler-Lehrer-Netz: Mit Nazi gegen Nazis |
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| Sunday, 15 June 2008 01:04 | |
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Weit her war es mit der viel beschworenen Zivilcourage bei der ersten Veranstaltung des Schüler-Lehrer-Netzwerkes im Aktionsnetzwerk gegen Rechtsextremismus nicht. Der Ratschlag in der Aula der Grete-Unrein-Schule stand unter keinen guten Vorzeichen: war er doch von vorne herein zeitlich begrenzt bis zum Anpfiff des EM-Spiels Deutschland vs. Kroatien, um auch jene "gegen Nazis" einzubeziehen, deren Nationalismus sich von dem der NPD nur durch den bedauernswerten Umstand unterscheidet, dass unter der Schwarz-Rot-Goldenen Flagge noch kein von Deutschland angeführter Krieg verloren wurde.
Christian Rocke. Was er wohl gegen das "Fest der Völker" hat...? Unter den zahlreichen Schülerinnen und Schülern, die sich gegen das "Fest der Völker" austauschen wollten, hatte sich auch Christian Rocke, ein geistig minderbemittelter Nazischläger der dritten Garde, gemischt. Rocke blieb nicht unerkannt: die Anwesenden wurden auf seine Naziuntriebe hingewiesen. So weit, so gut, so schlecht. Die völlig überforderten ModeratorInnen bewiesen nun deutlich, was sie an Nazis stört: Nicht etwa, dass sie darauf abzielen Menschen zu vernichten, die nicht in ihre Streichholzschachtelwelt passen. Nazis stören nur dann, wenn sie stören: nämlich den Ablauf der Veranstaltung. So lang dies nicht geschieht sah mal bis auf weiteres keinen Grund zu tun, was eben zu tun ist: den Faschist zu entfernen. Vermutlich wäre ein zu laut quatschender Punker schneller raus geflogen. Die eiligen Versicherungen der Veranstalter, die Polizei sei ja über die Veranstaltung informiert, zeigt wie wenig die autoritätsfixierten ModeratorInnen mit Zivilcourage im Sinn haben und das aus den Polizeieinsätzen gegen AntifaschistInnen im letzten Jahr nicht gelernt wurde, dass man den Bullen eben nicht trauen kann und sie auch nicht braucht, wenn man nur selbst entschlossen genug ist. Für das junge Publikum war das nicht die lehrreiche Aktion, die es so nötig hätte: nicht eineR rebellierte gegen die Entscheidung des Nichtausschlusses des Nazi. Von Courage, Ungehorsam oder auch nur Protest war hier keine Spur. Sechs, setzen!
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